Mai – kein guter Ö-Monat

16. Mai

Die letzten Wochen standen voll im Zeichen des SwimRun Hof. Unser zweites Rennen und diesmal organisieren wir in meiner alten Heimat. Rund um und im Untreusee, ein Rundenrennen. Wintereinbruch zwei Wochen vorher mit Schnee und Minustemperaturen. Absagen einiger Teams wegen Krankheit und Verletzungen, stagnierende Anmeldezahlen aufgrund der kalten Wassertemperaturen. 10.4° – wer soll da auf die Idee kommen, SwimRun auszuprobieren? Wir entschliessen uns, das Ganze wie geplant durchzuziehen. Samstags der SuperSprint mit einer Runde, am Sonntag SwimRun Hof 21.2 mit drei Runden. Was lange drum herum schreiben? Es war ein geniales Wochenende: 13.8° Wassertemperatur, SwimRun-Grinsen in fast allen Gesichtern, begeisterte Zuschauer, glückliche Athleten und sehr zufriedene Organisatoren (mit Ausnahme der Meldezahlen – über den Geldbeutel der Organisatoren reden wir mal lieber nicht …).

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Mein eigenes Training blieb leider ziemlich auf der Strecke in diesen Wochen der Vorbereitung. Dazu noch ein Motivationstief. Birgit, meine Partnerin für Utö, hat sich beim Skifahren so verletzt, dass eine Teilnahme für sie nicht in Frage kommt. Schweren Herzens verzichte ich auf die Suche nach einem Ersatzpartner, da genau an diesem Wochenende zwei Events stattfinden, bei denen es für unseren laufSinn schon fast verpflichtend ist, vor Ort zu sein. Das ist Vernunft und Verantwortung für unseren Laden. Und da der gesamte Mai mit SwimRun Revierguide Burgthann, SwimRun Hof, SwimRun Revierguide Hamburg, Trailcamp Lichtenstein und und und schon völlig überfüllt ist, auch die richtige Entscheidung. Nur meiner Trainingsmotivation tut‘s nicht gut. Ich entschliesse mich, den Mai abzuhaken, mich nicht unter Druck zu setzen und nur das für mich selber zu trainieren, was wirklich locker von der Hand geht. Und das ist nicht viel.

Am Wochenende komme ich immerhin dreimal dazu, die Runde des Rennens zu absolvieren. Einmal zur Probe mit Andreas, einmal ambitionierter mit Julian und einmal mit vollem Genuss in aller Frühe am Montagmorgen mit Julia. Das hat sehr gut getan. Den restlichen Mai werde ich gut managen, mich weiterhin nicht unter Druck setzen und einfach Spaß an meinem Sport haben.

SwimRun Hvar : hart und lehrreich

9. April

Letzten Sonntag war SwimRun Hvar. Eine sensationelle Location für unseren Sport. Klarstes Wasser, herrliche Küsten, Hügel und Sonne. Das ganze Wochenende war eine einzige grosse SwimRun Party. Am Samstag der Sprint und am Sonntag das Rennen der World Series. Überall in dem kleinen Städtchen laufen die Tage Typen in Wetsuits und Schuhen rum, bewaffnet mit Paddles und Pullbuoys.

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Wir sind ab Freitag dort. Bereits auf der Anfahrt mit der Fähre – wir sind natürlich nicht die einzigen SwimRunner an Bord – wird die lange Schwimmstrecke beäugt und diskutiert. Sch** – die sieht mal richtig lang aus. Am Samstag beobachten wir den Sprint. Der ist schon ziemlich heftig von der Strecke her. Die Sieger sind unter anderem amtierende Weltmeister und brauchen für die 15km Gesamtdistanz doch über zweieinhalb Stunden. Die letzten kommen nach sechs Stunden ins Ziel … Sprint für Neueinsteiger? Der Cheffe von Vivobarefoot war dabei und sein Kommentar lautete lapidar: „the factor of fun was quite low“. Das war definitiv kein Newbie-Swimrun, sondern für sich schon eine Challenge.

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAAbends beim Briefing – wohl auch als Reaktion auf die eher unerwartet lange Rennzeit im Sprint – die Änderung der langen Schwimmstrecke. Wellen, Wind und Strömung sind angesagt – da ist das Schwimmen am westlichen Ende des Kanals zwischen Hvar und Paklimeni zu gefährlich, zu unkontrollierbar. Sehr vernünftig und auch im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung. Das Schwimmen ist mit Safety Buoys geplant. Ebenfalls auch ein guter Sicherheitsgedanke. Damit sind die Schwimmer im weiten Wasser definitiv besser auszumachen. Warum wir die Buoys allerdings am Ende einer Wendepunktstrecke aufnehmen sollen, vom Schwimmen kommend 3.5km zum Versorgungspunkt laufen und von dort die Buoys zurück zum Wasser tragen sollen, ist nicht ganz logisch. Auf die Fragen nach dem „warum?“ hätte man im Briefing durchaus eingehen können. Die Boote fungieren als Safety Boats, nicht als Rettungsboote. Und wer sich das lange Schwimmen nicht zutraut, soll es lassen. Was unerwähnt bleibt, ist die „Markierung“ der Schwimmstrecke. Ja, zwei Bojen. Auf drei Kilometer? Vom Stroboskop, das am nächsten Tag den Weg weisen soll, höre ich nichts und auch nicht von dem kleinen Leuchtturm auf dreiviertel der Strecke.

Renntag: Stimmung, Atmosphäre. Es ist toll. Wetter, Wasser, SwimRun. Dann das grosse Schwimmen. Wir stehen mit der Boje am Wasser, eine Helferin teilt uns mit, dass wir rechts aus der Bucht rausschwimmen sollen und uns dann am roten Boot mit dem Licht orientieren sollen. Von der Strömung her wären wir ja lieber links geschwommen, aber nun gut. Am Ende der Bucht kurzer Stop zum Orientieren. Da ist ein Boot und auch ein Licht – das wird es sein. Also los. Bald ist es nicht mehr zu sehen. Die Wellen sind hoch. Kopf heben, schauen, Fixpunkt suchen. Da taugen die Boote leider nicht. Im Nachhinein erfahren wir, dass bereits zu Beginn das Feld über mehr als 200m Breite im Kanal verteilt war. Die Safety Boote waren bemüht, die Teams irgendwie zu eskortieren und zu begleiten, aber keines wies einem die richtige Richtung. So haben sich die Boote wohl wie die schwimmenden Teams auch über den Kanal ausgebreitet. Wir erreichen irgendwann mit etwas Glück und einer ganzen Menge Durchhaltevermögen den kleinen Leuchtturm. Hier sitzen schon einige Teams, die meisten warten auf ein Boot. 20 Teams werden es sein, die während des Schwimmens ausgestiegen sind. 30 weitere, die zuviel Zeit verloren haben, um die Cutoffs zu schaffen oder zu erschöpft sind. Schade. Die Cutoffs sind zwar während des laufenden Rennens verlängert worden, aber die Entscheidung kommt für einige zu spät. Die beiden letzten Schwimmabschnitte werden gestrichen – zu ausgesetzt dem Wind, den Wellen und der Strömung. Gut so, das Rennen ist auch ohne hart genug. Wir nehmen Tempo raus – warum auf der schwierigen Laufstrecke noch etwas rsikieren, wenn die Zeit für uns eh abgelaufen ist? In Hvar ist das Rennen für uns beendet. Sechs Stunden für etwa 23 Kilometer, jede Menge Wellen und Strömung auf bis dahin etwa 6 Kilometer Schwimmstrecke (für uns eher 7 Kilometer).

Das grosse Schwimmen …. wäre es verwerflich gewesen, die Safety Boote zu einem Korridor zu formieren? Das Teilnehmerfeld wäre besser zu beobachten gewesen und die Teams selbst hätten sich etwas orientieren können. Die Schwimmstrecke war durch die Wellen und die Strömung schon krass genug. Wie schnell hätte ein Team tatsächlich verloren gehen können? Michael und Mats wollen unique races in unique places – das ist ihnen mit Hvar auf jeden Fall gelungen. Nur den Safety first – Gedanken habe ich an diesem Punkt etwas vermisst. Das kurzfristige Abändern der Strecke war absolut die richtige Entscheidung – nicht auszudenken, wo die Teams gelandet wären, wären wir wirklich am westlichen Ende des Kanals geschwommen. Die Kommunikation mit den Helfern über die Änderung ist nicht immer einfach. Gut möglich, dass die beiden Race Directors die wichtigen Informationen über wohin-und-wie-Schwimmen gar nicht rechtzeitig an ihre Helfer weitergeben konnten. Oder diese selbst Kommunikationsprobleme hatten. Der Leuchtturm allerdings wäre ein wichtiger Punkt im Briefing am Vorabend gewesen. Im SwimRun Barcelona haben die Begleitkajaks die Schwimmer korrigiert, wenn sie die Linie komplett verloren hatten. Das mindert die Leistung des Schwimmens nicht. Ich denke, die Herausforderung der langen Schwimmstrecke ist genug. Orientierungshilfe durch die Safety Boote würde den Gedanken des Abenteuer-Sports doch nicht stören oder?

Aber es war ein tolles, hartes Rennen – und ich habe viel gelernt: sowohl als SwimRunner als auch als Organisatorin selbst. Sicher war ich enttäuscht. Es hat zum Finish nicht gereicht, aber wir hatten trotzdem ein hartes Stück Arbeit und sind an der langen Schwimmstrecke gewachsen. Darüber sind wir doch sehr zufrieden. Danke. Danke und bis 2018!

ÖTILLÖ SwimRun Hvar

Ich bin nass – mir ist kalt – lass uns schwimmen.

Meine linke Wade ist mit einer Mischung aus Kinesiotape und starrem Tape zugekleistert. Das sollte helfen. Ich habe seit dem Trail du Petit Ballon letztes Wochenende eine kaputte Wade und leider keine Laufkilometer mehr hinter mich gebracht. Hmm. Wird schon. Hoffe ich.

Es ist alles gerichtet und nach einem ordentlichen Frühstück gehen wir an den Start zum Rest der SwimRun Familie in der Altstadt von Hvar. Unser Plan sieht einen sehr ruhigen Start vor. Nach wenigen Metern werden wir eh von der Kaimauer springen und das erste Schwimmen hinter uns bringen. Danach ruhig anlaufen zum zweiten. Ruhig aber kontinuierlich unser Tempo schwimmen, um dann auf die Laufstrecke zu gehen. Wenn die Wade hält, wird es dann ernst. 3 km offen Wasser durch den Kanal.

Wir waren gestern schon im Wasser, so dass mich die Kälte des Hafenbeckens nicht überrascht. Wir schwimmen wie besprochen nebeneinander – die Leine ist bis zum Einstieg des 2ten Schwimmens verboten – auf die gegenüberliegenden Felsen zu und traben im Pulk zum nächsten Einstieg. Das nächste Schwimmen ist überraschend wellig. Gestern zeigte sich das Meer in die nördliche Richtung viel angenehmer und nur gegen den Wind wellig. Heute ist es schon mit den Wellen ein Geschaukel. Vielleicht doch nicht schlecht, dass das lange Schwimmen weiter zur Inselmitte verschoben wurde. Das Schwimmen läuft gut. Das laufen hügelan ist für mich schon etwas mühsamer. Aber es geht. Am Wendepunkt kurze Versorgung und wir nehmen eine aufblasbare Boje mit zurück. Wieder am Wasser erhalten wir die Anweisung, auf der rechten Seite aus der Bucht zu schwimmen um dann auf ein rotes Boot mit flashlight zu zu schwimmen.

An der Kante zwischen Bucht und Kanal geht der Punk ab. Wir halten erst mal an und versuchen uns zu orientieren. Noch ein kurzes Durchatmen und dann kommt der härteste Teil des Rennens auf uns zu. Barbara kann das Boot ausmachen und wir legen los. Ich bin trotz dem Offenwasser Camp auf Lanzarote froh hinten an der Leine schwimmen zu können. Das Geschaukel ist mir so schon heftig genug. Orientieren für mich nicht so recht möglich. Die Atmung wird schnell auf 2er oder 4er Atmung nach rechts umgestellt. Von links drückt das Wasser ganz ordentlich rein.

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[unsere Schwimmlinie und die Ideallinie]

Gestern waren schon Wellen da. Aber da war das Kindergarten gegenüber heute. Ich sehe nicht mehr viel und konzentriere mich auf einen konstanten Zug. Ein kurzen Moment lassen die Wellen etwas nach, um dann gleich um so deutlicher wieder loszulegen. Mir geht die Sequenz aus dem Petersen Film nicht aus dem Kopf. Die U96 kämpft sich Überwasser durch ein Wellenschlachtfeld, Der Bug hebt sich, um dann umso tiefer in das nächste Tal zu fallen. Nur haben wir hier niemand, der „Warschau“ ausruft. Den Kopf unachtsam gehalten und ich bekomme eine komplette Spülung der Nasennebenhöhlen. Unschön. Wir haben uns im Feld etwas vorgearbeitet und wieder Teams neben uns. Irgendwie schaltet sich mein Hirn aus. Ein steter Rhythmus zwischen 2er und 4er Atmung betäubt mich bis zum nächsten Salzschluck. Ich bin wieder da. Ich versuche, Barbara abzulösen und schwimme vorne. Das funktioniert nicht all zu gut. Ich lass mich dann doch wieder nach hinten fallen. Ich bin heilfroh über die Verbindungsschnur, ohne die ich mich komplett verloren fühlen würde. Ich dreh mich um, um einen Blick zurück zu werfen. Ich brauche jetzt erstmal die Bestätigung, dass wir überhaupt voran kommen! Etwas weiter ab von uns kann ich gerade erkennen, wie ein Team in eines der Begleitboote gehievt wird. Ok… da steigen wohl schon die ersten aus. Uns geht es denke ich noch gut. Barbara hält eine unaufgeregte Pace vor mir. Echt stark.

Wir sind definitiv über der Hälfte, als wir kurz anhalten um uns zu orientieren. Das Team neben uns ebenso. Wir haben alle keine Ahnung wo genau wir hin sollen. Von dem roten Boot oder gar einem Flashlight ist schon lange nichts mehr zu sehen. So langsam wird es mir kühl. Also weiter. Beim nächsten Stopp erkenne ich einen Leuchtturm. Wir versuchen in die Richtung zu halten. Da stehen Leute drauf. Cool. Ich dachte wir müssen in irgendeine der Buchten vor uns rein. Aber ich nehm auch gerne das hier. Wir arbeiten uns nun direkt gegen die Wellen vor. Offensichtlich sind wir zu weit nach rechts abgetrieben. Das ist jetzt nicht mehr so gemütlich. Aber da sind definitv gerade mehrere Teams an rauskrabbeln! Juhuhh.

Wir sind am Leuchttürmchen. Merkwürdig, dass das am Vorabend keiner erwähnt hat. Wäre ja eine gute Orientierungsmöglichkeit gewesen. Was soll’s, raus hier. – Aber was ist das? Der Felsen ist gerade mal 5* 10 Meter groß. Und danach Wasser! Bäh. Hier bläst dazu noch ein rauher Wind. Sehr kalt. Aber von hier ist es nicht mehr weit zum Ufer. Rein ins Wasser. Die Bucht scheint aber auch noch etwas weiter gegen die Wellen zu liegen. Das wird Arbeit. Barbara zieht ans Ufer. Wir müssen aber noch weiter hoch. Barbara will an Land erst mal Verschnaufen – was ist da los? Jetzt muß ich dann wohl den Rest vorneweg. Gut, ich reiss mich zusammen. Kurz danach kommen wir so langsam in den Windschatten der vorausliegenden Bucht und das Wasser wird zunehmend ruhiger. Ich erkenne eine Head Boje. Super! Wir sind richtig! Jetzt nur noch in die Bucht und ein paar hundert Meter bis ans Ufer. Ich folge einem Team vor uns und wir entscheiden uns wohl für die falsche Seite der Landungsbrücke, können diese aber am Ende glücklicherweise unterqueren und schon dürfen wir an Land. Uff, das war ein ekliges Stück. Ich habe vor lauter Salz einen rauen Rachen und stürze mich auf das angebotene Getränk. Die restliche Verpflegung ist übersichtlich, also weiter. Jetzt ist es uns erst mal so richtig kalt und wir gehen in den Wandermodus über. Für’s Laufen sind wir noch zu ungelenk. Leider kommt der nächste Schwimmabschnitt bereits nach etwa 500 Meter Land. Ich steh schon im Wasser, als Barbara was vom aufhören murmelt. Sie zittert ordentlich vor sich hin. Ich bin klatschnass, steh hier im Wind und mich friert. Ich will weiter und zwar gleich. Das kommuniziere ich auch und wir einigen uns auf ein „into the bushes“ Pause, während der ich Hampelmänner mache, um mich warm zu bekommen. Das schwimmen ist glücklicherweise recht kurz und deutlich ruhiger.

Danach realisiere ich erst so recht, dass wir bald 2 Stunden für die lange Querung gebraucht hatten. 2 Stunden? Gerechnet hatten wir mit 1:15 oder so etwas. Aber die Uhr ist eindeutig. Somit ist der Cutoff in Hvar extrem unwahrscheinlich, und ich nicht böse darüber, dass wir sofort das Tempo rausnehmen. Wenn wir eh rausfliegen, dann brauchen wir uns hier auf dem Karstgestein nicht auch noch die Füsse brechen. Wir bringen noch ein oder zwei Schwimmen hinter uns. Schöne Trails wechseln sich mit reichlich unlaufbarem Gestein ab.

Wir arbeiten uns Richtung Hvar voran. Sehr einsames Rennen auf dieser Seite der Insel. Immerhin gibt es hier auf jedem Schwimmabschnitt ein Boot!

Vor dem letzten Wassereinstieg vor Hvar steht doch tatsächlich einer der Rennleiter am Ufer, um uns die Schwimmrichtung zu erklären. Naja. Das werden wir jetzt hoffentlich auch noch schaffen. Barbara geht wieder vor. Aber das Schwimmen wird wieder richtig ekelhaft . Strammer Wind und Wellen erschweren einem das Vorankommen deutlich. Aber wir bekommen das noch geregelt. Dann noch locker durch Hvar traben und unseren Chip abgeben. Für die zweite Runde über die Berge sind wir deutlich zu spät hier – und ehrlich ich will in kein weiteres Schwimmen mehr einsteigen! Basta! Finito!

Mic wartet mit einem Bier auf uns – perfekt. Jetzt geht es ins Appartment unter die Dusche und was zu Essen organisieren.

Habe fertig. Bin vollauf zufrieden. Hätte nicht gedacht, das ich, wenn auch nur mit Hilfe von Barbara so ein langes hartes Schwimmen schaffe.

Happy.

Ö …. der Weg geht über Hvar

27. März

Über‘s Wochenende war ich in Marseille: internationales Testtreffen von World of SwimRun, SwimRun France und SwimRun Germany. Wir haben alle möglichen Ausrüstungsgegenstände getestet und dabei eine wirklich gute (wenn auch etwas anstrengende) Zeit gehabt. Dabei unter anderem Fix aka Francois-Xavier Li und Nic aka Niklas Karlsson, beide nicht nur einmal Finisher beim grossen Ö. Die Tipps, Aufmunterungen und Vorwarnungen wechselten sich quasi minütlich ab, sobald die beiden erfahren haben, dass ich dieses Jahr starte. Lustige Erzählungen, Schauergeschichten und Erfahrungen – alles dabei.

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Als krönenden Abschluss des Wochenendes gab es noch einen sensationell tollen Ausflug in die Calanques (=Felsbuchten) um Marseille. Mit Klippensprünge, Höhlenschwimmen, Klettereinlagen und jeder Menge klares Wasser. Und irgendwann die Äusserung: „du schwimmst gut und laufen kannst du auch“. Ein bisschen stolz war ich da dann schon.

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Am Freitag geht‘s nach Hvar, zum ersten SwimRun der Ötillö World Series 2017. SwimRun Jetset: erst Frankreich, dann Kroatien. Das wird ein hartes, langes, schwimmlastiges Rennen….. aber !! Ich bin doch irgendwie guter Dinge. Wenn da die lange Schwimmstrecke von fast 3k nicht wäre.

Ö …. ist ein Ultratrail und ein bisschen mehr.

21. März

Am Sonntag fiel der Startschuss ins Lauftraining. Anders kann ich unsere Teilnahme am Trail du Petit Ballon im elsässischen Rouffach eher nicht nennen. Aus den geplanten längeren Laufeinheiten wurde aus verschiedenen Gründen mal wieder nichts, seit Oktober 2016 in Kappadokien waren wir gerade zweimal etwa eine Halbmarathondistanz laufen. Die wöchentlichen Stirnlampenläufe um die 10 Kilometer zählen nicht wirklich. Oder doch? Und dann ein Start bei einem Ultratrail über 52km und 2300 Höhenmeter? Der übliche Barbara-Andreas-Wahn/laufSinn.

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Um uns in Rouffach etwa 1000 weitere Läufer, alle oder sicher fast alle besser trainiert als wir. Ja, wenn wir einen Teil der Strecke schwimmen könnten – da stehen wir gerade doch etwas besser im Training. Unspektakulär – zumindest im hinteren Teil des Starterfeldes, wo wir stehen – und irgendwie recht unvermittelt geht es los. Kurz hinter Rouffach dann schon hügelig, bergig durch die Weinberge. Wir sind ganz hinten, einer der Läufer trägt einen Besen im Rucksack. Das macht er sicher nicht von ungefähr. Es folgen tolle Trails, einige davon auch bergab – und das können wir wohl immer noch etwas besser als andere. Der Typ mit dem Besen fällt zurück. Bergauf, steil bergauf, bergab, steil bergab und dann noch mehr bergauf. Nach etwas mehr als fünf Stunden stehen wir im windigen Nebel auf dem Gipfel des Petit Ballon. Etwa 30km geschafft. Der ausstehende Halbmarathon bis zum Ziel geht vor allem bergab, aber leider nicht mehr so rund. Mal läuft‘s bei mir, mal bei Andreas, aber wir bleiben doch eher als Team zusammen. Die letzten Kilometer durch die Weinberge sind nochmal sehr steil, wir mässigen uns. Warum um zwei, drei Plätze kämpfen? Muskulatur noch mehr ausschiessen, Verletzung riskieren? Nein, das wäre falscher Ehrgeiz. So kommen wir nach 7 Stunden 50 Minuten als 815 und 816 von knapp 1000 Startern ins Ziel. Schnell Durchschnittsgeschwindigkeit hochrechnen, etwas Bonus dazu wegen der Höhenmeter – gut, SwimRun Hvar sollte läuferisch drin sein, wenn die Trails nicht zu ruppig werden. ÖtillÖ ? – tja, das sind ja nur noch mal 13km mehr ….

Der erste internationale SwimRun Equipment Test!

Kommendes Wochenende werden World of Swimrun (WoS), Swimrun France (SR-F) und Swimrun Germany (SR-G) den ersten internationalen SwimRun Equipment Test durchführen. Seid live dabei und stellt eure Fragen oder folgt unseren Updates in den sozialen Medien!

SwimRun ist ein weltweit rasant wachsender Sport. Aktuell gibt es über 300 bestätigte Rennen in 28 Ländern und auf sieben Kontinenten und jeden Monat werden neue angekündigt. Die Teilnehmerzahl wächst ebenso und 2016 starteten über 10.000 Athleten.

Obwohl es Schwimm- und Laufausrüstung schon sehr lange gibt machen die Kombination der zwei Sportarten, unterschiedliche Rahmenbedingungen und lockere Regeln SwimRun einzigartig. Während der ersten zehn Jahre lag die Entwicklung der Ausrüstung in der Hand des einzelnen SwimRunners, doch nun versteht die Sportartikelindustrie die vielen Anforderungen des Sports und die notwendigen Anpassungen und mehr und mehr Equipment kommt auf den Markt.

Wir sind Enthusiasten die den SwimRun leben, atmen und darüber schreiben. Auch testen, modifizieren und entwickeln unser eigenes neues SwimRun Equipment. In 2016 handelten unsere meistgeklickten Posts von Ausrüstung und Technologie. Es gibt einen großen Bedarf an diesem Wissen und ihr Athleten wollt erfahren welches neue Equipment auf dem Weg ist und wie es in der Praxis funktioniert. Um daher den Bedarf und die vielen Fragen zu bedienen, haben wir uns zu diesem ersten Swimrun Equipment Test unseres internationalen Verbunds entschlossen.

Von SwimRunnern, für SwimRunner.

Wir haben eine offene Einladung an alle Hersteller von Swimrun- oder dem Sport verwandter Ausrüstung versandt und Ihnen die Teilnahme am Test dieses Wochenende (23. – 26. März 2017) in Marseille, Frankreich angeboten.
Der Test wird unparteiisch und unter gleichen und praxisnahen Bedingungen durchgeführt mithilfe standardisierter Testmethoden. Geleitet wird er von Dr. François-Xavier Li (PhD) von der Universität Birmingham. Während des Wochenendes posten wir regelmäßig Updates auf unseren Social Media Kanälen – folgt uns live und findet Interessantes und Neues frisch vom SwimRun Markt 2017!

Folgt dem Hashtag #srgeartest2017 auf den folgenden Kanälen:

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Das Test Team stellt sich vor

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/The WoS Team, Swimrun France & Swimrun Germany

German SwimRun Ranking meets SwimRun Germany

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GSR Ranking 2016

Es war 2015… geschätzte knapp zwei Dutzend SwimRunner aus Deutschland tummelten sich auf Veranstaltungen in ganz Europa herum.

Hierzulande gab es noch keine Rennen und es kam die Frage auf: „Ist da draussen noch wer…?“

Schon war die Idee entstanden: „… schauen wir mal nach!“. Natürlich systematisch und gründlich und so gab es im Jahr 2016 das erste „German SwimRun Ranking“.

Nach ein paar Lernkurven zur Wertung, vielen neuen Rennen, reichlich Lob (und auch Kritik) für den Ansatz war die ursprüngliche Frage beantwortet: „Ja!“ und zwar mit „zweihundertundfünfzehn“. Das ist die Anzahl der Athleten aus Deutschland, die 2016 ein SwimRun Rennen gefinished haben.

2016 formte sich auch die – sagen wir mal – „Interessengemeinschaft SwimRun“ weiter und das GSR wird unter dem Dach von SwimRun Germany weitergeführt.

Für 2017 freuen wir uns schon auf noch mehr SwimRunner, noch mehr Rennen und einen heißen Fight der Teams um die Punkte!

Mehr Infos zum German SwimRun Ranking findet Ihr hier!

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Die fleißigsten Punktesammler im German SwimRun Ranking 2016, sowohl als Team als auch individuell: Wolfgang Grohé und André Hook, Team Campz

 

Erstes kleines Tief vor dem Ö

12. März

Helle und Sean von return2nature haben zugesagt, uns über den Sommer zu coachen. Wir kennen die beiden seit fast zwei Jahren – Ausdauersportler, Personaltrainer und selber SwimRunner aus Malmö. Der netten Skype-Konferenz folgten Schwimmpläne und jede Menge Fragebögen zu Zielen, Ernährung und Motivation. Sean‘s Schwimmpläne sind wie seine Paddles „huge“ …. Helle‘s Fragen zum Mental Coaching viele und tiefgehend. Dienstag hatte ich frei und habe mir sowohl die Bearbeitung der „diet“ als auch der „goals“ vorgenommen. Ausserdem schwimmen und laufen. …. ja …. das ging nach hinten los. Und zwar volle Kanne. Das Formulieren der Ziele, die ich dieses Jahr habe, hat mich total aus der Bahn geworfen. Wie soll ich das alles nur schaffen? Bisher habe ich immer vor mich hin gearbeitet und das meiste irgendwann erledigt bekommen. Aber jetzt, auf einmal – da war er, der Berg an Vorhaben und Plänen. ÖtillÖ im September. SwimRun Hvar in drei Wochen. Die Organisation zweier SwimRun Rennen im Verlauf des Jahres. Die organisatorische Vorbereitung des dritten Rennens für 2018. Der SwimRun Revierguide. Dazu der Laden, laufSinn voran bringen, Laufgruppen betreuen. Und dann noch die Arbeit als Anästhesistin (für all die Vorhaben sollte ich ja auch ein klein wenig Geld verdienen). Der Berg wurde mit jeder Formulierung grösser und meine Stimmung tiefer. Im Keller des depressiven Selbstmitleides angekommen, hab‘ ich den Rest der Vormittags am Laptop rumgedaddelt und gar nichts mehr auf die Reihe bekommen. Toll. Am Nachmittag war ich dann wenigstens noch schwimmen. Laufen – nein. Der Tag war dann plötzlich rum. Ganz toll.

Fazit: ich habe ein heftiges Jahr vor mir. Das wird aber nicht einfacher, wenn ich mir das ständig bewusst mache und mich selber deswegen bemitleide. Also raus, machen, tun. Und im Laufe des Jahres mal über einen Mentalcoaching nachdenken …. oder schon bald.

Hier der Link zu Sean und Helle Montem : www.return2nature.se